Energieholz in Deutschland

Holz ist ein wichtiger Energieträger und wird in Deutschland zurzeit vor allem zur Wärmeerzeugung eingesetzt. An den erneuerbaren Energien hat feste Biomasse hier einen Anteil von über 75 %. Dabei handelt es sich hauptsächlich um minderwertiges Wald(rest)holz. In einem Viertel aller deutschen Privathaushalte wird mit Holz geheizt, wobei hauptsächlich Stückholz eingesetzt wird.2

Holz kann auch zur Stromerzeugung genutzt werden, hat aber am deutschen Gesamtstromverbrauch nur einen geringen Anteil von 2 %.2 Dazu gibt es zurzeit etwa 260 Anlagen, die insgesamt ca. 7,6 Mio tatro Holz benötigen. Dies ist vor allem Altholz sowie Holz aus Wald und Landschaftspflege.1

Die Nachfrage nach Energieholz wird in den nächsten Jahren voraussichtlich steigen und sogar das Angebot übersteigen.1 Daher ist es wichtig, auch bisher ungenutzte Potenziale zu erschließen. Diese bestehen vor allem in diesen drei Bereichen:



Wald

Der Wald ist die traditionelle Quelle für Energieholz. Bei der Pflege junger Waldbestände und bei Durchforstungen fällt neben den industriell verwertbaren Holzsortimenten auch Waldrestholz an. Das ist vor allem schwaches Holz, Kronenholz und qualitativ minderwertiges Holz. Waldrestholz ist das klassische Energieholz. Bei einer Intensivierung der Waldrestholznutzung ist die Beachtung der Grundsätze einer nachhaltigen Forstwirtschaft von großer Bedeutung. Mehr lesen…

Kurzumtrieb

Kurzumtriebsplantagen werden auf landwirtschaftlichen Flächen angelegt und bewirtschaftet, die nicht für die Nahrungs- und Futtermittelproduktion geeignet sind oder benötigt werden. Ihre Konzeption und Bewirtschaftung zielt auf die Maximierung des Holzertrages ab. Daher kann ein deutlich höherer Holzzuwachs je Flächeneinheit erzielt werden als im Wald. Der Anbau und die Nutzung von Kurzumtriebsplantagen kann zu einer Entzerrung der Konkurrenz um den Rohstoff Holz beitragen, die durch eine intensivierte energetische Holznutzung verschärft wird. Mehr lesen…

Offene Landschaft

Gehölze wie Hecken und Feldghölze gliedern die offene Landschaft. Von ihnen geht eine Reihe positiver ökologischer Wirkungen aus und sie bereichern das Landschaftsbild. Ihre Pflege ist jedoch oft kostenintensiv. Das dabei anfallende Holz hat eine geringe Qualität und fällt dezentral an. Die wirtschaftliche Verwertung dieses Holzes stellt daher eine große Herausforderung dar. Besonders in waldarmen Gebieten mit vielen Geölzstrukturen in der offenen Landschaft kann das Landschaftspflegeholz in Summe jedoch einen beachtlichen Beitrag zur Energieholzgewinnung leisten. Mehr lesen…




Literatur

1 Ponitka, Jens/ Lenz, Volker/ Thrän, Daniela (2011): Energetische Holznutzung. In: ForschungsReport 1/2011 S. 20-22.
2 Drossart, Inga/ Mühlenhoff, Jörg (2010): Holzenergie. Bedeutung, Potenziale, Herausforderungen. Renews Spezial, Ausgabe 43, Oktober 2010.




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