Anlage für Kurzumtriebsplantagen

Vor der Pflanzung muss der Boden vorbereitet werden. Art und Umfang hängen von der Bodenart sowie dem Zustand der Fläche ab. Bei starker Verunkrautung sollte zunächst ein Totalherbizid ausgebracht werden. Der Boden sollte dann in einer Tiefe von 25-35 cm gepflügt werden, auch das Fräsen von Pflanzstreifen in dieser Tiefe ist möglich. Auf Lehmböden sollte dies im Herbst, auf Sandböden im Frühjahr geschehen. Kurz vor der Pflanzung sollte der Boden mit Egge oder Feingrubber bearbeitet und vor oder nach der Pflanzung ein Vorauflaufmittel ausgebracht werden.1 Es ist zu beachten, dass es derzeit keine zugelassenen Herbizide für KUP gibt und daher eine Ausnahmegenehmigung erforderlich ist.3

Als Pflanzmaterial werden meist Steckhölzer eingesetzt. Diese sind etwa 20 cm lang und 1-2 cm stark. Alternativ gibt es auch bewurzelte Steckhölzer (mehr Lesen), Steckruten mit einer Länge von 1-2 m von einjährigen Trieben, Setzstangen mit einer Länge von 2-6 m von 2- bis 4-jährigen Trieben sowie einjährige bewurzelte Pflanzen.2
Das Pflanzgut sollte frisch, gerade und verholzt sein und des weiteren weder Rindenverletzungen noch Pilzbefall aufweisen. Bei unbewurzeltem Pflanzmaterial ist es wichtig, dass die Knospen noch geschlossen sind.1

Generell ist die Pflanzung sowohl in Einzel- als auch Doppelreihen möglich. Der Pflanzverband hängt vom Produktionsziel, der Umtriebszeit sowie der verfügbaren Erntetechnik ab. Außerdem ist bei der Anlage zu beachten, dass das Vorgewende ausreichend groß ist.

Die Pflanzung sollte im Frühjahr erfolgen, vor allem bei bewurzeltem Pflanzgut ist aber auch eine Herbstpflanzung möglich.1 Ab einer Flächengröße von etwa 3 ha ist die maschinelle Pflanzung wirtschaftlich günstig, auf kleineren Flächen eignet sich die manuelle Pflanzung.3 In jedem Fall muss das Pflanzgut vor und während der Pflanzung frisch sein, Steckhölzer sollten daher vor der Pflanzung für 24 Stunden gewässert werden. Es ist außerdem wichtig, dass die Steckhölzer ebenerdig gesteckt werden.3



Der Beitrag „Verfahren zur Anlage“ beschreibt einige der möglichen Anlageverfahren und erläutert ihre jeweiligen Vor- und Nachteile. Er ist dem „Beratungshandbuch zu Kurzumtriebsplantagen“ entnommen, das im Rahmen des von 2005 bis 2009 gelaufenen BMBF-Verbundvorhabens Agrowood angefertigt wurde. Nähere Informationen dazu finden Sie hier.



Anlageverfahren für Kurzumtriebsplantagen - pdf - 141 kBytehier



Literatur

1 Skodawessely/ Pretzsch/ Bemmann (Hrsg.) (2010): Beratungshandbuch zu Kurzumtriebsplantagen.
2 Schildbach, Marek/ Hofmann, Martin/ Wolf, Heino (2010): Anlage und Etablierung von Kurzumtriebsplantagen. In: Agrowood. Kurzumtriebsplantagen in Deutschland und europäische Perspektiven. Herausgegeben von Bemman, A./ Knust, C.
3 Schildbach, M./ Grünewald, H./ Wolf, H./ Schneider, B. (2009): Begründung von Kurzumtriebsplantagen: Baumartenwahl und Anlageverfahren. In: Reeg, T./ Bemmann, A./ Konold, W./ Murach, D./ Spiecker, H. (2009): Anbau und Nutzung von Bäumen auf landwirtschaftlichen Flächen.




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