Rinde-Asche-Pellets

Rinden-Asche-Pellets unter Praxis-Bedingungen im Wald eingesetzt

Anlieferung der RIA-Pellets

Ausbringung der RIA-Pellets im Fichtenbestand bei Neusalza-Spremberg

RIA-Pelletausbringung mit einem landwirtschaftlichen Düngerstreuer im Kiefernforst bei Laußnitz



Im AP 3.14 wird eine praktikable Kette für ein ökonomisch und ökologisch nachhaltiges Holzasche-Recycling entworfen, erprobt und bewertet. Dies basiert auf der Verarbeitung der Holzasche mit Rinde zu Rinde-Asche-Pellets (RIA-Pellets).

Als erster Schritt wurden im AP 3.14 daher im Jahr 2011 Asche- und Rindenproben von verschiedenen BMHKWs und holzverarbeitenden Betrieben aus der erweiterten Projektregion Lausitz (Süd-Brandenburg und Ost-Sachsen) eingesammelt und hinsichtlich ihrer Nähr- und Schadstoffgehalte analysiert. Für die Herstellung von ca. 12 t RIA-Pellets wurde schließlich Rinde und Asche aus dem Kodersdorfer Werk der Firma Klausner in Sachsen ausgewählt. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei Firma Klausner für die gute Zusammenarbeit und das zur Verfügung stellen der benötigten Mengen an Rinde und Asche! Beim Projektpartner Dettendorfer Wertstoff GmbH wurde eine Pelletieranlage inklusive der dazugehörigen Peripherie aufgebaut und in Betrieb genommen. Hier wurden Ende Oktober 2011 knapp 12 t RIA-Pellets vom Mischungsverhältnis 40/60 (40 % Rinde, 60 % Asche) für die Versuche im Projekt hergestellt.

Parallel dazu wurden in der Projektregion zwei Versuchsflächen angelegt und Voruntersuchungen durchgeführt. Eine Fläche liegt in der Nähe von Laußnitz in der Laußnitzer Heide – ein 36 jähriger Kiefernbestand auf einem Braunerde-Podsol aus grobsandig-kiesigen Elb-Sedimenten mit armer Nährstoffversorgung. Die andere Fläche befindet sich im Stadtwald von Neusalza-Spremberg im Oberlausitzer Bergland auf 380 m ü NN. Es handelt sich um einen 34 jährigen Fichtenbestand auf einer Braunerde aus Löss über Granit-Zersatzmaterial. Auf beiden Flächen wurden vor der RIA-Ausbringung Boden- und Nadeluntersuchungen durchgeführt, um den Ausgangszustand zu ermitteln. Es ist hervorzuheben, dass die Projektpartner bei der Auswahl der Versuchsflächen vom Staatsbetrieb Sachsenforst, von den Forstbezirken Dresden und Oberlausitz, von den Kreisforstämtern Kamenz und Görlitz sowie von der Stadt Neusalza-Spremberg tatkräftig unterstützt wurden.

Am 10.11.2011 wurden schließlich 12 t RIA-Pellets vom Projektpartner Dettendorfer Wertstoff GmbH aus Bayern per LKW in die Lausitz geschickt, und an den Versuchsflächen sowie auf dem Gelände der TU Dresden abgeliefert. Am 14.11.2011 erfolgte die Ausbringung von 2 t auf der 0,5 ha großen Versuchsfläche bei Neusalza-Spremberg. Dies geschah per Hand und wurde durch die tatkräftige Unterstützung der Kollegen vom Institut für Bodenkunde und Standortslehre ermöglicht. Am 23.11. fand dann die Pelletausbringung auf der gut einen Hektar großen Versuchsfläche bei Laußnitz statt. Hier kam ein landwirtschaftlicher Traktor mit Düngerstreuer zum Einsatz, der die insgesamt 5 t Pellets ohne Probleme innerhalb eines knappen Vormittags gleichmäßig auf der Fläche verteilte. Vielen Dank an dieser Stelle an die Agrargenossenschaft Laußnitz, die sich auf diesen Versuch eingelassen und die Pelletausbringung realisiert hat! Dieser Versuch hat gezeigt, dass, wenn der Waldbestand gut mit Rückegassen erschlossen ist und der der Boden zum Ausbringungszeitpunkt tragfähig ist, eine terrestrische Pelletausbringung mit standardmäßig bei landwirtschaftlichen Betrieben vorhandener Technik ohne Umrüstung problemlos funktionieren kann.

Von nun an werden Boden und Bestand regelmäßig hinsichtlich der Veränderungen der Nährstoffverfügbarkeit und Nährstoffgehalte untersucht werden. Diese Ergebnisse dienen zusammen mit den technischen Daten und den Kosten der Pelletherstellung und der Ausbringungsversuche zur Einschätzung der ökologischen und ökonomischen Machbarkeit des im Projekt verfolgten Ansatzes des Holzascherecyclings mittels RIA-Pellets. Dies stellt einen wichtigen Teilaspekt der im Projekt AgroForNet zu entwickelnden Wertschöpfungsketten zur nachhaltigen energetischen Holznutzung dar.

Bei Fragen stehen Ihnen zur Verfügung
Thomas Wolferstetter von Firma Dettendorfer Wertstoff GmbH; E-Mail:
Christine Knust vom Institut für Bodenkunde und Standortslehre, TU Dresden; E-Mail:




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