Verwendete Energieholzsortimente

Das wichtigste Energieholzsortiment in Bayern ist Scheitholz aus Wald und Garten, das von 87% aller Haushalte verwendet wird, die mit Holz heizen. Über ein Drittel (37,4%) davon gewinnt das Holz ausschließlich im eigenen Wald. Neben Wald- und Gartenholz spielt auch Altholz eine nicht zu unterschätzende Rolle, da rund 11% aller Befragten angaben, auch damit ihren Bedarf zu decken.

Scheitholz

Im Jahr 2010 wurden insgesamt rund 6,3 Millionen Fm Scheitholz aus Wald und Garten verbrannt. Eine Unterscheidung zwischen dem Aufkommen an Wald- und dem an Gartenholz durch die Verbraucher wurde als unrealistisch angesehen und daher nicht abgefragt. Im Rahmen der schriftlichen Befragungen durch Mantau und Sörgel (2006) sowie Hick und Mantau (2008) wurde der Anteil des Scheitholzes aus Gärten mit etwa 11% berechnet. Bezogen auf die Erhebung der LWF entspräche dies einer Menge von rund 690.000 Fm; somit würden die restlichen 5,6 Millionen Fm aus dem Wald stammen.

Der Energieholzmarktbericht für Bayern aus dem Jahr 2005 (Bauer et al. 2006) schätzte den Verbrauch an Scheitholz noch auf 1,6 Millionen t atro, was 3,4 Millionen Fm entspricht (der Umrechnungsfaktor t atro zu Fm ist 2,1. Das ist ein Mischfaktor für Fichte, Kiefer, Buche, Eiche). Hier ist jedoch zu beachten, dass damals der Verbrauch über die geschätzte Zahl der Feuerstätten und deren durchschnittlichen Brennstoffbedarf ermittelt wurde.

Unschärfen in den Ergebnissen ergeben sich dadurch, dass insbesondere Wald- und Gartenbesitzer, die ihr Brennholz selbst gewinnen, oftmals keine konkreten Mengen erfassen. Beim Einkauf im Handel oder in Selbstwerbung hingegen wird zur Abrechnung in aller Regel das Volumen erfasst. Hinzu kommt, dass der Verbrauch an sich nicht gemessen wird, sondern nur die gelieferten bzw. bereitgestellten Mengen. Welcher Anteil davon benötigt wird bzw. ob zusätzlich Vorjahresbestände abgebaut werden, kann nur geschätzt werden. Einen Anhaltpunkt dafür bieten die Witterungsverhältnisse.

Beim Vergleich des Scheitholzverbrauches mit dem Einschlag desselben Jahres ist ebenfalls zu berücksichtigen, dass – gerade bei Selbstwerbern und Waldbesitzern – auch Äste, Zweige und z.T. Reisig unter der Derbholzgrenze von 7 cm und Rindenanteile enthalten sind. Der vergleichsweise kalte Winter 2010/2011 wird zudem zum Abbau von Brennholzlagern geführt haben, die aus dem Vorjahreseinschlag stammen.

Erwartungsgemäß liegt somit der Waldscheitholzverbrauch im Jahr 2010 mit 5,6 Millionen Fm m.R. über den Einschlagszahlen für Brennholz in Höhe von 4,7 Millionen Fm m.R.

Altholz

Getrennt von Scheitholz aus Wald und Garten wurde abgefragt, ob Altholz zum Heizen genutzt wird. Hochgerechnet auf ganz Bayern ergibt sich eine Verbrauchsmenge von rund 340.000 Fm für das Jahr 2010.

Pellets und Briketts (Presslinge)

Die Befragung der Privathaushalte ergibt, dass im Jahr 2010 in Bayern in den erfassten Haushalten rund 330.000 t (etwa 785.000 Fm) Pellets (Wassergehalt 10%) verbraucht wurden. Darin nicht enthalten ist der Pelletverbrauch in Wohnanlagen. Zu diesen Mengen konnten die Einzelhaushalte keine Angaben treffen. Wohnbaugesellschaften etc. wurden nicht befragt, so dass zum Verbrauch von Pelletheizanlagen in Mehrfamilienhäusern keine Angaben vorliegen. Die Gesamtmenge der laut Deutschem Pelletinstitut (DEPI 2011) verbrauchten Pellets in Bayern (450.000 t, entspricht etwa 1,07 Millionen Fm; Quelle: DEPI 2011) lässt auch keinen Rückschluss darauf zu, da hier Anlagen in gewerblicher Nutzung eingeschlossen sind und der private Wohnsektor nicht davon getrennt werden kann. Insgesamt werden Pelletzentralheizungen – soweit durch das Marktanreizprogramm gefördert – vorwiegend im Leistungsbereich von 8–30 kW und somit in Einfamilienhaushalten eingesetzt. Folglich dürfte die aus der Befragung ermittelte Menge von 330.000 t dem tatsächlichen Verbrauch in Haushalten nahe kommen.

Briketts wurden von den Verbrauchern in etwa gleicher Häufigkeit angegeben wie Pellets, die verwendete Menge (etwa 35.000 Fm) liegt jedoch wesentlich darunter. Dies ist ein deutlicher Hinweis ­darauf, dass Briketts zum Zuheizen, nicht als Hauptwärmeträger dienen.

Hackschnitzel

Über die verbrauchten Hackschnitzelmengen sind keine statistisch abgesicherten Aussagen möglich. Die befragten Haushalte mit Hackschnitzelheizanlagen machten zum Brennstoffeinsatz oftmals keine Angaben. Zudem waren einige Antworten inkonsistent. Da die Zahl der Nutzer in der Stichprobe gering ist (1,2%) und die Mengenangaben eine große Spannweite haben, wäre eine Hochrechnung mit großen Unsicherheiten verbunden.

Die Auswertung der im Rahmen des Marktanreizprogramms geförderten und installierten Anlagen (im Zeitraum 2001 bis 2010 rund 7.200 Heizungen) lässt den Rückschluss zu, dass im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser Hackschnitzelheizungen wenig relevant sind.

Anlagen bis 30 kW Wärmeleistung, die in Ein- und Zweifamilienhäusern eingebaut werden, haben einen Anteil von knapp 17%. Insgesamt sind dies etwas über 1.200 Hackschnitzel­zentralheizungen mit einer thermischen Leistung von 27.000 kW. Bei einem durchschnittlichen Bedarf von 0,86 t Hackschnitzeln je kW (Auswertung von Kennzahlen aus dem Jahr 2010 zu 132 Heizwerken; Quelle: C.A.R.M.E.N. e.V.), ergibt sich ein Gesamtbedarf von 23.000 t (50.000 Fm). Da nur die geförderten Anlagen berücksichtigt wurden, ist davon aus­zugehen, dass der tatsächliche Bedarf an Hackschnitzeln höher liegt (RWI/forsa 2011).

Literatur

www.lwf.bayern.de/waldbewirtschaftung




Artikel drucken