Standortbasierte Baumartenwahl

Pappel

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Die Ertragsleistung wird vom Standort beeinflusst. Das Baumwachstum hängt von Strahlungsangebot sowie Nährstoff- und Wasservefügbarkeit ab. Feger et al. beziehen sich daher für eine standortsabhängige Ertragsermittlung auf die Beziehung zwischen Bodenwasserangebot (nutzbare Feldkapazität im effektiven Wurzelraum nFKWe), klimatischen Bedingungen und Biomassezuwachs.1 Mithilfe der von Ali2 entwickelten Funktion zur Modellierung des Ertragspotenzials von Pappeln auf Kurzumtriebsplantagen in Sachsen wurde eine Karte mit dem Szenario des durchschnittlichen Gesamtzuwaches (DGZ) an Biomasse pro Jahr und Hektar bei einer Bestandesdichte von 8.333 Bäumen/ha im Alter von neun Jahren erstellt.

Es ist zu beachten, dass es sich um ein Modell handelt, für das bestimmte Annahmen gelten und das nicht unbedingt mit der Praxis übereinstimmen muss. Der Ansatz zur Ertragsschätzung ist stark verallgemeinert und vereinfacht, weshalb tatsächliche Erträge stark von der Schätzung abweichen können. Dies hängt z. B. mit der Exposition und Hangneigung der Fläche, den verwendeten Sorten, der Flächenvorbereitung, der Witterung im Anwuchsjahr, Pflanzenschutzmaßnahmen sowie der Bestandesdichte, Umtriebszeit und dem Plantagenalter zusammen. Zudem wurden technischen Einschränkungen bei der Bewirtschaftung wie zum Beispiel Steillagen nicht beachtet.1

Die Karte zeigt, dass ein wirtschaftlicher Anbau von Pappeln (Erträge > 8 t ha-1 a-1) in weiten Teilen Sachsens möglich sein kann.

Am Institut für Waldwachstum und Forstliche Informatik der TU Dresden wurden auf Basis bisheriger Untersuchungen ein Ertragsermittler und ein Standort-Leistungsschätzer für Pappel entwickelt. Die Programme sind auf der Seite der Professur für Waldwachstum und Holzmesskunde näher beschrieben und können dort heruntergeladen werden.



Weide

Feger et al. geben an, dass zurzeit davon ausgegangen werden kann, dass Weiden in Sachsen vor allem auf grundwasserfernen Standorten geringere Erträge erzielen als Pappeln.1



Robinie

Laut Feger et al. eignet sich die Robinie insbesondere auf trockenen und warmen Standorten, auf denen Pappeln und Weiden nur eine geringe Ertragsleistung aufweisen. Zurzeit gibt es allerdings diesbezüglich noch keine ertragskundlichen Untersuchungen. Potentielle Standorte befinden sich in den Bergbaufolgelandschaften der Oberlausitz.1



Schwarzerle

Die Schwarzerle eignet sich nur auf feuchten Standorten, wo sie jedoch anderen Baumarten überlegen ist. Allerdings gibt es keine ertragskundlichen Untersuchungen zum Anbau von Schwarzerle im Kurzumtrieb. Potentielle Standorte sind Flächen mit hohen Grundwasserständen (also ≤ 4 dm), für die Pappeln nicht geeignet sind. Dazu zählen zum Beispiel die Überflutungsbereiche entlang von Bachläufen oder in Auenbereichen mit sehr hoch anstehendem Grundwasser wie im Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet und den Königsbrück-Ruhlander Heiden. Die Umtriebszeit sollte mindestens zehn Jahre betragen.1



Weitere Baumarten

Auch der Anbau von Esche, Eiche und Birke im Kurzumtrieb ist förderfähig. Für Sachsen liegen bezüglich des Anbaus dieser Baumarten keine Untersuchungen vor.




Literatur

1 Feger, K.- H./ Petzold, R./ Schmidt, P.A./ Glaser, Th./ Schroiff, A./ Döring, N./ Feldwisch, N./ Friedrich, Ch./ Peters, W./ Schmelter, H. (2009): Standortpotenziale, Standards und Gebietskulissen für eine natur- und bodenschutzgerechte Nutzung von Biomasse zur Energiegewinnung in Sachsen unter besonderer Berücksichtigung von Kurzumtriebsplantagen und ähnlichen Dauerkulturen. Schriftenreihe des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (noch nicht veröffentlicht).

2 Ali, W. (2009): Modelling of Biomass Production Potential of Poplar in Short Rotation Plantations on Agricultural Lands of Saxony, Germany. Dissertation am Institut für Waldwachstum und Forstliche Informatik, Fakultät Forst-, Geo- und Hydrowissenschaften, TU Dresden.




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