Waldrestholz

Waldrestholz fällt bei Jungbestandspflegemaßnahmen, Durchforstungen, Holzernten sowie bei der Räumung von Waldflächen nach Kalamitäten an. Bei Nadelholz beträgt es 5-10 % und bei Laubholz 12-15 % des Gesamtertrages. Bei der Durchforstung von Nadelholzbeständen fällt Derb- und Reisholz mit einem Durchmesser von 6-8 cm an, welches separat gerückt und zur Produktion von Premium-Hackschnitzeln genutzt wird. Um die Nährstoffe im Wald zu belassen wird das Holz vor Ort geastet. Die Vollbaumernten, die im Zuge der Jungbestandspflege bei Nadelbäumen durchgeführt werden, werden ausschließlich als Energieholz genutzt. Das Holz wird meist zentral gehackt, z. B. auf einem Biomassehof und je nach Wassergehalt und Anforderungen vor der Verwertung getrocknet.1

Clusterinitiative Forst und Holz Oberlausitz1

Im Auftrag des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie wurde unter der Leitung der Ostdeutschen Gesellschaft für Forstplanung und TSS-Forstplanung ein Netzwerk Forst und Holz in der Modellregion Oberlausitz gebildet. Ziel dieser Clusterinitiative ist die Verbesserung der Kommunikation zwischen den einzelnen Akteuren in der Forst- und Holzwirtschaft.

Die Modellregion Oberlausitz
Die Modellregion Oberlausitz umfasst die Landkreise Bautzen und Görlitz. Sie hat eine Größe von 4.500 km2 und 0,65 Mio. Einwohner.

Wald in der Modellregion
Über ein Drittel der Region ist bewaldet, hauptsächlich mit Kiefer und Fichte. 15 % davon sind Landeswald und über 60 % Privat- oder Treuhandwald. Es gibt etwa 25.000 Waldbesitzer, von denen über die Hälfte Flächen mit einer Größe von unter 1 ha besitzen. Aufgrund dieser Zersplitterung sind Waldbesitzerkooperationen sehr wichtig. Es gibt acht Forstbetriebsgemeinschaften in der Modellregion, die jedoch räumlich ungleichmäßig verteilt sind.

Holzernte und Waldrestholz
Der durchschnittliche Holzeinschlag beträgt 430.000 fm. An Waldrestholz fallen jährlich etwa 14.700 rm Nadelholz und 3.700 rm Laubholz an. Der Mobilisierungsgrad im Landeswald beträgt nahezu 100 %, im Privat- und Treuhandwald jedoch nur 60 %. Das Potenzial an Waldrestholz liegt daher bei 55.500 rm/a.

Energetische Nutzung
Fast die Hälfte des gesamten Holzeinschlages in der Region werden energetisch verwertet, der Großteil dient dem Eigenverbrauch der Waldbesitzer, gut 10 % werden in Biomasseheizkraftwerken verwertet. Es werden auch Hackschnitzel importiert und Energieholz nach Sachsen und Brandenburg exportiert.

Ausblick
In der Modellregion ist eine Steigerung der energetischen Holzverwertung mit weiteren Heizkraftwerken geplant. Die Zusammenarbeit von Land- und Forstwirtschaft und die Produktion von Energieholz auf landwirtschaftlichen Flächen sind ausbaufähig. Außerdem gibt es noch Probleme mit der Holzmobilisierung und fehlenden logistischen Strukturen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Clusterinitiative.




Literatur

1 Gerold, D./ Thode, H. (2010): Clusterinitiative Forst & Holz in Sachsen. Demonstrationsvorhaben zur moderierenden Unterstützung einer sachsenweiten Initiative des besonders im ländlichen Raum bedeutenden Clusters „Forst & Holz“ sowie zur Impulsgebung bei der Bildung von regionalen Clusterinitiativen. Abschlussbericht.




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