Das sächsische Klima

Bild vergrößern

Das sächsische Klima ist stark kontinental geprägt. Aufgrund der geografischen Gegebenheiten bestehen regionale Unterschiede, z. B. zwischen dem Binnenland-Klima in der Leipziger Tieflandsbucht und dem Berg- und Hügelland-Klima des Elbsandsteingebirges oder des Mittelgebirgs-Klimas im Erzgebirge und Vogtland.

Die durchschnittlichen Temperaturen nehmen von Nord nach Süd ab. In Nord- und Mittelsachsen beträgt die mittlere Jahrestemperatur 9-10 °C, in den hohen Erzgebirgslagen 4-6 °C. Somit beträgt die mittlere Lufttemperatur in Nord- und Mittelsachsen an über 170 Tagen mehr als 10 °C während es in den Höhenlagen 140 Tage sind. Daher kann sich der Beginn der Vegetationsperiode um über einen Monat unterscheiden.



Bild vergrößern

Der Großteil von Sachsen ist relativ trocken, die Westhänge der Erzgebirgskammlagen sind jedoch reich an Niederschlag. Zurzeit fällt der meiste Niederschlag in den Sommermonaten. Aufgrund von Änderungen der großräumigen Strömungsverhältnisse in Europa im Zuge des Klimawandels sind hier bereits Verschiebungen zu beobachten.

Die Differenz zwischen Niederschlag und potenzieller Verdunstung (u. a. beeinflusst von der Temperatur) wird als klimatische Wasserbilanz (KWB) bezeichnet. In Kombination mit den Wasserspeichereigenschaften des Bodens ist sie ein Maß für das pflanzenverfügbare Wasser. Sobald die potenzielle Verdunstung die Niederschlagsmenge übersteigt ist die KWB negativ, was z. B. auf grundwasserfernen Böden zu Trockenheitsschäden bei den Pflanzen führen kann.

Die KWB ist mit -70 bis 50 mm in Nordwestsachsen am geringsten. Hier fallen jährlich etwa 600 mm Niederschlag während die potenzielle Verdunstung sehr hoch ist und im Sommerhalbjahr die Niederschlagshöhe übersteigt. In Mittelsachsen und Ostsachsen beträgt die KWB bis zu 150 mm. Das Defizit im Sommer kann wegen der guten Wasserspeicherfähigkeit der Lössböden ausgeglichen werden. Nach Süden nimmt die KWB zu, sodass im Erzgebirgsvorland der jährliche Niederschlag von etwa 870 mm die potenzielle Verdunstung übersteigt. Im Erzgebirge und im Vogtland übersteigt die Niederschlagsmenge die potenzielle Verdunstung um mehr als das doppelte.



Klimawandel in Sachsen

In Sachsen können bereits Veränderungen der mittleren Temperaturen und Niederschläge beobachtet werden.

Die Jahresmitteltemperatur ist in Sachsen zwischen 1961 und 2007 bereits um 1,35 K gestiegen und beträgt zurzeit 9 °C. Bei einer weiteren Zunahme von 0,4 K je Dekade würde die Jahresmitteltemperatur bis zum Jahr 2050 auf ca. 11 °C ansteigen. Vor allem der Winter ist von der Erwärmung betroffen. In den Sommermonaten werden die Temperaturen ebenfalls steigen, außerdem zeigen Projektionen eine tendenzielle Abnahme der Sommerniederschläge bis 2050. Auch die Frühjahrsniederschläge haben sich seit 1991 im Vergleich zum Zeitraum 1961 bis 1990 verringert. Trotz leicht steigender Niederschläge im Winter nimmt die mittlere Jahresniederschlagssumme tendenziell ab. Dies betrifft vor allem die bereits trockenen Gegenden in Nord- und Ostsachsen.

Die klimatische Wasserbilanz nimmt in ganz Sachsen um 20 bis 120 mm ab. Diese Abnahme ist besonders in bereits relativ trockenen Gebieten wie z. B. Nordsachsen von Bedeutung.

Zwischen 1961 und 2000 hat sich die thermische Vegetationsperiode um 2,2 Tage je Dekade verlängert. Bis zum Jahr 2050 ist eine weitere Zunahme um 5 Tage in den obersten Kammlagen, bzw. um bis zu 50 Tage im Tiefland zu erwarten.

In naher Zukunft wird es häufigere und länger andauernde Phasen mit hohen Temperaturen geben. Seit 1950 haben Trockenheitsperioden (also ≥ 11 Tage mit ≤1 mm Niederschlag) in ihrer Häufigkeit und Dauer zugenommen. Ebenso lässt sich eine tendenzielle Zunahme von Starkniederschlägen beobachten. Im Winterhalbjahr zeigt sich eine Abnahme der Kälteepisoden. Generell werden daher „künftig höhere Ertragsrisiken für die Landwirtschaft erwartet“ (S.11).2




Literatur

1 Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie (2007): Bodenatlas des Freistaates Sachsen. Teil 4: Auswertungskarten zum Bodenschutz. Erläuterungsheft. Link zum Download

2 SMUL (2009): Klimawandel und Landwirtschaft. Strategie zur Anpassung der sächsischen Landwirtschaft an den Klimawandel. Link zum Download




Artikel drucken