Landnutzung in Sachsen

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Nordwest- und Mittelsachsen sind von der Landwirtschaft geprägt, hier findet man überwiegend Ackerland sowie Grünland. Im Süden und im Nordosten gibt es größere Waldgebiete, in denen vor allem Fichte und Kiefer vorkommen. Südlich von Leipzig sowie in Nordostsachsen befinden sich (ehemalige) Braunkohleabbauflächen.



Energetische Nutzung von Holz in Sachsen

Vor dem Hintergrund der europäischen und deutschen Klimaschutzziele strebt Sachsen eine Reduzierung der energiebedingten CO2-Emissionen um 23,4 % bis zum Jahr 2020 (gegenüber 2006) an. Dazu sollen u. a. die Senkung des fossilen Heizenergiebedarfs um 20 % sowie die Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch auf mindestens 24 % beitragen.1

Der Anteil von Biomasse am Endenergieverbrauch soll bis 2020 bis zu 10 % betragen. Um dieses Ziel zu erreichen sollen die regionale Verarbeitung und Wertschöpfung von Biomasse ausgebaut werden sowie Stoffkreisläufe geschaffen werden um das Aufkommen von Abfallstoffen zu reduzieren und natürliche Ressourcen zu schonen. Die Energiegewinnung aus holzartiger Biomasse spielt hier eine wichtige Rolle. Energieholz kann aus dem Wald, aus Kurzumtriebsplantagen oder aus der Landschaftspflege gewonnen werden. Zudem kann Alt- und Industrierestholz für die Energiegewinnung wiederverwertet werden.2



Energieholz aus der Forstwirtschaft

© M. Grunert, LfULG

Die Fläche von Sachsen ist zu etwa 28 % bewaldet, die Hauptbaumarten sind Fichte und Kiefer. Fast die Hälfte des Waldes befindet sich in Privatbesitz, etwa 43 % sind Staatswald. Im Jahr 2006 wurde etwa die Hälfte des durchschnittlichen jährlichen Holzzuwachses von 4,5 Mio m3 eingeschlagen. Während in den Jahren 2003 bis 2005 etwa 9 % der Holznutzung für energetische Zwecke verwendet wurden, betrug der Anteil im Jahr 2006 bereits 12 % (Zahlen betreffen nur Landeswald). Denn aufgrund höherer Preise für fossile Energieträger steigt auch die Nachfrage nach Waldholz zur energetischen Nutzung. Diese ist jedoch wegen der überwiegend stofflichen Nutzung des qualitativ hochwertigen Waldholzes eingeschränkt und konzentriert sich auf Schwach- und Restholz. Vor allem im Privatwald befinden sich ungenutzte Holzvorräte. Als Teil des sächsischen Biomasse-Konzeptes soll deren Verwertung durch Anreize für Privatwaldbesitzer gefördert werden. Die Anpassung der sächsischen Wälder an den Klimawandel ist wichtig um die Holzversorgung zu sichern.2



Energieholz aus der Landwirtschaft

© M. Grunert, LfULG

Etwa die Hälfte der Fläche von Sachsen (ca. 900.000 ha) wird landwirtschaftlich genutzt, wobei diese zu 80 % aus Ackerfläche und zu 20 % aus Grünland besteht. Hauptsächlich werden Getreide, Raps und Silomais angebaut. Kurzumtriebsplantagen (KUP) mit schnellwachsenden Baumarten wie Pappel und Weide werden derzeit auf etwa 200 ha betrieben. Hier besteht großes Potential. Eine Förderung von KUP ist im sächsischen Biomasse-Konzept vorgesehen. Dazu gehören unter anderem die Erprobung verschiedener Sorten hinsichtlich ihrer Ertragsleistung, die Optimierung von Technik und Logistik sowie die praxisnahe Beratung von land- und forstwirtschaftlichen Unternehmen. Durch eine Vergrößerung der Anbaufläche können die regionale und dezentrale Versorgung mit erneuerbaren Energien unterstützt und somit CO2-Emissionen reduziert werden. Kurzumtriebsplantagen können auch auf Standorten betrieben werden, die sich z. B. aufgrund von Trockenheit nicht für den Anbau anderer Kulturen eignen. Im Hinblick auf den Klimawandel besteht so die Möglichkeit, landwirtschaftliche Betriebe um neue Produktionsbereiche zu erweitern.2



Energieholz aus anderen Quellen

In Sachsen fallen jährlich über 330.000 t Alt- und Industrierestholz an. Dieses wird bereits nahezu vollständig energetisch verwertet. Auch in der Landschaftspflege fällt Holz an. Hier sieht das sächsische Biomasse-Konzept eine Ermittlung des tatsächlichen Potenzials vor, um die energetische Nutzung zu optimieren. Dadurch soll die regionale Holzversorgung unter Berücksichtigung von Umweltschutzaspekten unterstützt werden.2



Energetische Verwertung von Holz in Sachsen

© M. Grunert, LfULG

In Sachsen gibt es bereits über 200 Biomassenanlagen auf Holzbasis. Gemeinsam verfügen sie über eine elektrische Leistung von 74,5 MW und eine thermische Leistung von 242,6 MW. Im Jahr 2006 wurden zudem etwa 10.000 Holzfeuerungsanlagen mit einer thermischen Gesamtleistung von ca. 236 MW in Betrieb genommen. Für diese Anlagen sowie für die Pelletherstellung werden jährlich insgesamt ca. 300.000 m3 Holz benötigt. Zurzeit kann dieser Bedarf mit Waldholz sowie Alt- und Industrierestholz gedeckt werden. Um die energetische Nutzung des anfallenden Holzes zu optimieren ist die Entwicklung von kostengünstigen Verfahren zur Trocknung und Aufbereitung im sächsischen Biomasse-Konzept vorgesehen.2




Literatur

1 Hintergrundpapier zu den Zielen der künftigen Klimaschutz- und Energiepolitik des Freistaates Sachsen, Link zum Download

2 SMUL (2008): Energie für die Zukunft, Link zum Download




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